Kaul zu Gast

Claus-Dieter Kaul vom Institut für ganzheitliches Lernen Tegernsee - eine Kapazität in Sachen Montessori Pädagogik - konnte wieder für ein zweitägiges Seminar gewonnen werden. Teilnehmer aus den „Säulen“ der Schule waren die Mitglieder der Vorstandschaft, das Pädagogische Team, der Elternbeirat und Vertreter der sechs Eltern-Arbeitskreise.

 

Sicher in seiner Analyse der Bedingungen an der Schule referierte Claus-Dieter Kaul und führte die Teilnehmer durch die Thematik. Nüchtern stellte er Soll und Haben der Pädagogik an der Montessori-Schule dar.

Die Selbstverantwortung der Kinder, eigenständig ihren Wissensdurst zu stillen, stand am Anfang. Wir können den Kindern bewusst machen, was Lernen und Üben ihnen bedeuten kann, erläutere Claus-Dieter Kaul den Anwesenden. Die Forderung Kaul’s: „Unterstützen wir die Kinder beim Heraustesten ihrer Möglichkeiten!“ Und er schloss voraussetzend an: „Kinder testen unsere Verlässlichkeit! - Wir Erwachsenen müssen eine klare Linie vertreten.“

 

Selbstständigkeit und -verantwortung fördern

 

Die Kinder und Jugendlichen sollen zunehmend selbst erkennen, was noch ansteht, noch zu üben ist oder was von ihnen jetzt schon beherrscht wird. Einen Überblick erhalten Schüler und Eltern durch das Studienbuch. Die Säulen beschlossen in dem Seminar, dass die Kinder das Tagebuch/Pensenbuch, in dem sie täglich ihre Tätigkeiten in der Schule zusammenfassen, jedes Wochenende ihren Eltern zeigen.

Im nächsten Jahr gibt es an der Montessori-Schule Deiningen eine geteilte Sekundarstufengruppe. Die Schüler der 7. Jahrgangsstufe werden mehr Fachunterricht haben. Wenn der Schülerbestand so weitergeht, wird es im Schuljahr 2013/14 eine komplette Lerngruppe mit 7. und 8. Jahrgangsstufe geben. Im Jahr darauf wird dann mit dem neunten Jahrgang die erste Abschlussklasse an der Montessori-Schule in Deiningen bestehen.

Verbesserungswürdig fand Carl-Dieter Kaul das Verhalten vieler Eltern. Eine reine Konsumhaltung sei schlecht. Es solle nicht so sein, dass Gedanken, die sich Gremien der Schule, Elternbeirat, Lehrer oder Arbeitskreise machen, ignoriert werden. Daher sollen die Eltern durch geeignete Maßnahmen wie z. B. Elternarbeitsstunden, Hospitationen oder Hausbesuche durch die Lehrkräfte enger mit der Schule verbunden werden.

Klare Grenzen und respektvoller Umgang

Wichtiges Thema im Seminar war auch das Verhalten der Schüler im Bezug auf sich und ihre Umwelt. Bei respektlosem Verhalten müssen deutliche Grenzen gezogen werden. Jugendliche benutzen neue Ausdrücke, Cool sein etc. als Formen des Ausprobierens und Findens ihrer Persönlichkeit. Die Werte im Umgang mit anderen, das respektvolle Miteinander muss den Kindern vorgelebt und mit ihnen eingeübt werden. Eltern haben bei wichtigen Vorkommnissen, die ihre Kinder bzw. die Schule betreffen, direkt die Pädagogen zu informieren.

Die Schüler sollen in einer Umgebung die ansprechend gestaltet ist, gerne arbeiten und lernen können. Ein großes Anliegen war Kaul die Nutzung und Ausgestaltung des Kosmikraumes in der Montessori-Schule. Der jetzige Raum müsse neu gestaltet werden. Das Nebenzimmer wurde in ein Konzept eingebunden, aus dem hervor geht, dass der Raum multifunktional genutzt wird. Im Englischunterricht kann sich etwa anbieten, ein englisches Breakfest (Frühstück) zu veranstalten. Auch Musizieren und Lerngruppen übergreifend zu Unterrichten soll in diesen Raum möglich sein. Zwei neue Computerplätze zur individuellen Nutzung werden eingerichtet, einer im Klassenraum der Sekundarstufe, einer im Nebenraum.

Der Rahmen wird überprüft

Nicht zuletzt um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu überprüfen wird ein Qualitätsmanagment eingeführt. Dabei werden die Vorgänge für alle Säulen transparenter gemacht.

Die Montessori-Schule Deiningen wird ab Mitte 2012 eine/n hauptamtliche/n Geschäftsführer/in haben. Dies ist der Tatsache geschuldet dass die Schule und damit die organisatorischen Tätigkeiten immer umfangreicher werden.

Am 21.01.2012 von 14.00 bis 17.00 Uhr stellt die Montessori-Schule Deiningen am Tag der offenen Tür ihre Arbeit der Öffentlichkeit vor.

Zum Abschluss bedankte sich 1. Vorsitzender Rainer Hertle der Montessori Fördergemeinschaft Nördlingen e.V., dem Träger der Schule, bei Claus-Dieter Kaul für das Coaching. Auch den Teilnehmern dankte er für ihre Aufmerksamkeit und Mitarbeit zum Wohle der Schüler und Schülerinnen in Deiningen.