Schule

Erdkinderplan und andere spannende Themen

 

„Erdkinderplan“, „Inklusion“ sowie „Umgang mit Jugendlichen in der Pubertät“ waren die großen Themen bei einem Seminartag an der Montessori-Schule Deiningen, zu dem sich erstaunlich viele Eltern – rund 60 waren einen ganzen Werktag (!) in die Schule gekommen – eingefunden hatten. Eingangs begrüßte Schulleiterin Ursula Ilg und berichtete über die Aktivitäten und Veränderungen, die beim vorangegangenen Elternseminar besprochen wurden.


Vieles ist geschehen: So gab es im Rahmen einer schulinternen Evaluation eine Befragung der Schüler, Eltern und der Lehrkräfte, deren Ergebnisse präsentiert wurden. Neue Elternarbeitskreise wurden gegründet, Streitschlichter werden installiert, das Schulkonzept wurde überarbeitet. Insbesondere im Bereich der Sekundarstufe gibt es an der Montessori-Schule viel Bewegung. Zwei neue Lehrkräfte, Stefan Eppler und Brigitte Nölke, haben das Team der Schule vor kurzem ergänzt. Sie werden die Projektarbeit mit Unterstützung des neu gegründeten Arbeitskreises „Erdkinderplan“ voranbringen.


Der „Erdkinderplan“ ist Teil des pädagogischen Konzeptes der Montessori-Schulen für die 7.-8. Jahrgangsstufe. Grundsätzliches dazu führte der Referent, Claus-Dieter Kaul vom Institut für ganzheitliches Lernen, Tegernsee, aus. Es gehe darum, geschützte Räume zu öffnen, damit die Jugendlichen auch praktisch tätig werden, eigene Lebenserfahrungen machen und in Gemeinschaft mit Gleichaltrigen und in Zusammenarbeit mit Fachleuten in realen Lebenszusammenhängen Projekte eigenständig vorbereiten und durchführen. „Jugendliche wollen Aufgaben. Wollen Spuren hinterlassen. Nicht nur auf Papier.“


Kaul berichtete mittels Film von einem Projekt an der Potsdamer Montessori-Schule, bei dem die Schüler jeweils eine Woche im Monat verschiedene landwirtschaftliche Projekte, mobiles Bauen und kulturelle Ereignisse auf einem Gelände am Schlänitzsee vorantreiben. Dieses Lernen in der Praxis bewirkt bei den Kindern engagiertes Dabeisein mit „Seele und Hingabe“, fördert Genauigkeit und Konzentration und trainiert geistige wie handwerklicher Fähigkeiten. Die Erfahrung – das Projekt läuft bereits seit 2007 – hätte gezeigt, dass die Schüler dann nicht nur mit mehr Freude und Motivation in den übrigen Wochen in der Schule sind, sondern hat – entgegen den Befürchtungen mancher Eltern – zu besseren Ergebnissen bei den Abschlüssen geführt.


Konkret erfahrbar wurde für die versammelten Eltern das Thema „Erdkinderplan“ dadurch, dass die Jugendlichen der Sekundarstufe das komplette Catering beim Seminar geplant, vorbereitet und durchgeführt hatten. Die Eltern waren begeistert von dem, was die Jugendlichen auf die Beine gestellt hatten und spendeten ihnen am Ende des Tages lang anhaltenden Beifall.


Viele Mut machende Beispiele aus der Praxis wusste der Referent auch zu den Themen „Jugendliche in der Pubertät“ und „Inklusion“ anzuführen. Rege beteiligten sich die Eltern am Austausch und brachten ihre Erfahrungen und Meinungen ein.