FAQ / Häufige Fragen

 

Welche Schulform hat die Montessori-Schule?

Sie ist eine staatlich genehmigte Grund- und Hauptschule in freier Trägerschaft (Privatschule) mit staatlicher Förderung. Träger der Schule ist die Montessori Fördergemeinschaft Nördlingen e.V..
Die Schulaufsicht hat wie bei den staatlichen Schulen die Regierung bzw. das Staatliche Schulamt.

 

Welche Lernziele und Lerninhalte werden vermittelt?

Die Lerninhalte basieren auf den amtlichen Richtlinien für die staatlichen Schulen, es gelten dieselben grundlegenden Lernziele.
Pädagogische Besonderheiten der Montessori-Schule, die die Individualität der Persönlichkeit und deren nachhaltige Bildung stärker berücksichtigen und die Sozial-Kompetenz fördern, sind vor allem das selbst organisierte Lernen, die vielfältigen Lernformen und die besonderen inhaltlichen Schwerpunkte nach dem Konzept.
Die Regierung von Schwaben erkannte bei Gründung der Schule im Jahr 2007 ein besonderes pädagogisches Interesse am Schulkonzept der Montessori-Schule an.

 

Welche Kinder besuchen die Montessori-Schule?

Alle Kinder, die in einer öffentlichen Schule eingeschult werden könnten, können auch die Montessori-Schule besuchen.
Voraussetzungen sind

  • die erforderliche Schulreife des Kindes und
  • die Unterstützung der besonders geprägten Pädagogik im Elternhaus

 

Welche Kosten kommen auf die Eltern zu?

Da der Staat nicht alle anfallenden Kosten übernimmt, ist es leider unvermeidlich, dass mit dem Besuch der Schule Kosten verbunden sind.
Das Schulgeld beträgt 145€ plus 35€ Busbeförderung monatlich pro Familie. Für Geschwister wird das Schulgeld ermäßigt. Es wird jährlich im Voraus erhoben, kann aber auch monatlich gezahlt werden. Bei Schuleintritt eines Kindes ist zudem ein zinsloses Darlehen von 1.500,-- Euro fällig, das zurückerstattet wird beim Austritt des Kindes aus der Schule, frühestens jedoch nach vier Jahren. Eltern mit geringem Einkommen können Zahlungserleichterungen bzw. eine Schuldgeldermäßigungbeantragen. Die näheren Informationen zu den Kosten können Sie einem gesonderten Infoblatt entnehmen.

 

Wann melde ich mein Kind für die Montessori-Schule an?

Die Schüler für jedes Schuljahr werden in einem Auswahlverfahren bestimmt, da es erfahrungsgemäß mehr Anmeldungen als freie Plätze gibt. Teil des Auswahlverfahrens sind mindestens ein Elterngespräch und ein Schnupperunterricht.
Wenn Sie sich für die Montessori-Schule entschieden haben, sollten Sie durch eine vorläufige Schulanmeldung (Absichtserklärung) möglichst bald einen Platz für Ihr Kind “reservieren“.

Das Formblatt Absichtserklärung zur Schüleranmeldung ist hier erhältlich oder bei der Montessori Fördergemeinschaft Nördlingen e. V., Schulstr. 5, 86738 Deiningen, Tel. 09081/272 46 56, Fax 09081/272 46 59, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Ist ein Übertritt an andere Schulen möglich und sind besondere Schwierigkeiten zu erwarten?

Da auch in unserer Grund- und Hauptschule der amtliche bayerische Lehrplan in seinen Zielen gilt, ist ein Übertritt an eine Haupt- oder an eine andere weiterführende Schule möglich. Besondere Schwierigkeiten, die sich aufgrund des pädagogischen Konzeptes ergeben, konnten an unserer und an anderen Montessori-Schulen nicht beobachtet werden. Die Kinder haben ja nicht nur von den amtlichen Richtlinien geforderte, sondern darüber hinaus viele zusätzliche Kenntnisse und Fertigkeiten erworben. Sie haben sich in einer Lern- und Arbeitshaltung geübt, die die Selbstständigkeit, Verantwortlichkeit und Entscheidungskraft fördert.

 

Welche Ausbildung haben die Lehrkräfte?

Die LehrerInnen haben über die erforderlichen staatlichen Prüfungen als Grund - und Mittelschullehrer hinaus besondere Kenntnisse in der Montessori-Pädagogik, die sie sich durch weiterführende Kurse und Lehrgänge erwerben können. Jede staatliche Lehrkraft wird durch eine fachlich qualifizierte pädagogische Kraft unterstützt.

 

Wie erfolgt die Leistungsbeurteilung?

Der individuelle Leistungsstand wird laufend dokumentiert. Auf der Grundlage der ausführlichen und detaillierten Beschreibung der Lernziele erfolgt die Beurteilung bis zu welchem Grad jene erreicht wurden.
Statt Notenzeugnisse erstellen die Montessori-Schulen Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess (IzEL). Diese bestehen aus ausführlichen Darstellungen zum Lernfortschritt sowie zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Sozial- und Arbeitsverhalten.

 

Wie wird der tägliche Unterricht gestaltet?

Die tägliche Unterrichtszeit teilt sich in die sog. "Freiarbeit" und den "gebundenen Unterricht". Die Freiarbeit ist selbstgewählte Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit mit didaktischem Lernmaterial. Die Schüler und Schülerinnen arbeiten an unterschiedlichen Inhalten aus den Bereichen Mathematik, Sprache (Deutsch, Englisch usw.), Heimat- und Sachkunde, Werken, textiles Gestalten, Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde, Biologie, Physik, Chemie, Technik, Wirtschaft, Soziales, Arbeit/Wirtschaft/Technik, Informatik, Religion, Ethik, Musik, Sport und Kunsterziehung. Die Bereiche sind oft miteinander verknüpft. Jedes Kind schreitet fort im selbständigen, verantwortlichen Lernen und bestimmt sein eigenes individuelles Lerntempo. Die Lehrkräfte sind verantwortlich für die vorbereitete Umgebung, die Begleitung und übernehmen in erster Linie die Rolle des Beobachters und Beraters des Kindes. Es finden zusätzliche Kurse und Projekte zu ausgewählten Themen statt, in welchen sich die Kinder zusammenfinden. In der Sekundarstufe kommen Erfahrungsfelder wie Praktika und Betriebserkundungen dazu.

 

Wie gestalten sich die Hausaufgaben?

Hausaufgaben werden nicht routinemäßig aufgegeben. Sie orientieren sich ganz an den individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und dem Leistungsstand jedes einzelnen Schülers.

 

Wenn ein Kind im Montessori-Kinderhaus soviel Selbstständigkeit lernte, wird es dann in der Schule zurechtkommen?

Gerade weil es sehr selbstständig und vom Erzieher unabhängig lernen konnte, ist es eher als andere Kinder fähig, sich auf die Sachaufgaben des Schulunterrichts einzustellen. Es hat - wie die Erfahrung lehrt - weniger Schulanpassungsprobleme. Auch der Übergang von Montessori-Schulen zu weiterführenden Schulen, die nicht nach Montessori arbeiten, hat sich aus den gleichen Gründen als unproblematisch erwiesen. Größere Schwierigkeiten haben Schüler, die stark lehrerabhängig sind, weil sie oft immer nur einen Klassenlehrer (eine Klassenlehrerin) hatten und weniger lehrerunabhängig lernten. Selbständig lernen können macht das Kind freier und anpassungsfähiger.

 

Wie wird mein Kind in der Schule zurechtkommen, wenn es schon im Kindergarten Lesen und Schreiben lernte?

Viele Kinder sind heute beim Schulanfang weiter "als die Schule erlaubt', d. h. die Schule muss sich heute durch Individualisierung und Kleingruppenarbeit stärker als früher auf den individuellen Entwicklungsstand der Kinder einstellen und sie darf nicht im "Gleichschritt" marschieren. Sonst produziert die Schule Erziehungsprobleme durch Über- und Unterforderung der Schüler und Langeweile, die der Lehrer (die Lehrerin) verursacht. Moderne individualisierende Lehrmethoden und der Einsatz von individualisierenden Bildungsmitteln können hier den Lehrer (die Lehrerin) frei machen, sich speziell den stärkeren bzw. schwächeren Schülern zuzuwenden.

 

Leidet bei der Individualisierung in Montessori-Einrichtungen nicht die Sozialerziehung?

Viele Montessori-Materialien können einzeln wie auch in Partnerarbeit verwendet werden. Spiel, Fest und Feier, musisch-künstlerische Aktivitäten, Lied und Tanz, Sing-, Kreis- und Bewegungsspiele, Rollenspiele, die Übungen des praktischen Lebens, Pflanzen- und Tierpflege bieten eine Fülle gemeinsamer Tätigkeiten, die das soziale Lernen ermöglichen und fördern und zum Grundbestand der Montessori-Praxis gehören.

 

Lernt mein Kind genug in Montessori-Einrichtungen, wird auch Leistung gefordert, wenn es "nur" frei wählen soll?

Freie Wahl ist das leitende pädagogische Prinzip, aber es gibt auch die Pflicht des Erziehers (der Erzieherin) oder Lehrers (der Lehrerin), dem Kinde oder Schüler etwas anzubieten, was es seiner Entwicklung nach können müsste oder wo es immer einen "Bogen" um die Sache machte. Vorrangig sind auch hier die sorgfältige Beobachtung der Kinder und die Fähigkeit des Erziehers (der Erzieherin), dem Kinde wiederholt und ggf. auf neue Weise eine Aufgabe zu geben. In der Schule sollte der Grundsatz beim Schüler sein: keine Stunde ohne selbst gestellte Aufgabe. Ein an der Wand ausgehängter Wochen- oder Monatsplan des zu lernenden Stoffes kann eine Motivations- und Orientierungshilfe für den Schüler sein. Also: Der Wahlfreiheit steht - mit zunehmendem Alter - auch die Zunahme selbst gestellter Aufgaben und Pflichten gegenüber. Fördern und Fordern sind Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik. Die Alters- und Leistungsmischung in Montessori-Einrichtungen sind eine wesentliche Hilfe für das Kind, sich von stärkeren, schnelleren oder besseren Kindern bzw. Schülern motivieren zu lassen. Kinder suchen und wollen auch den Leistungsvergleich, aber unter sich und nicht den vom Lehrer (von der Lehrerin) angestachelten Wettbewerb und Leistungsdruck ohne Rücksicht auf die individuelle Leistungsfähigkeit. Außerdem ist ein Kind, das sich keine Aufgabe stellt oder übernimmt, immer auch ein Signal für den Pädagogen (die Erzieherin), hier sorgfältig zu beobachten und zu forschen, was ggf. mit diesem Kind nicht in Ordnung ist - sei dies nun in der Klasse, in seinem Verhältnis zum Lehrer (zur Lehrerin) oder außerhalb der Schule und in der Familie. Ein gutes Einvernehmen zwischen Montessori-Einrichtungen und den Eltern ist die Grundlage einer erfolgreichen Erziehung.